Über das Suterguet

Das Suterguet liegt im Leerber im alten Dorfteil von Gränichen an der Wyna, beim Pfarrhaus und dem ehemaligen mittelalterlichen Beinhaus. Zur Anlage gehört eine Gebäudegruppe aus mehreren Jahrhunderten: der Pfarrspeicher («Spycher») von 1580, einer der ältesten Speicherbauten des Kantons, sowie der 1611 errichtete Steinbau («Spittel»), einst Zehnten- bzw. Pfrundhaus, später Armen- und Wohnhaus, ergänzt durch zeitgenössische Neubauten – ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen und ein Doppelhaus. Nach Jahrzehnten im Besitz der Familie Suter übernahmen René und Rita Brogli die Anlage, renovierten sie schrittweise und machten ihren historischen Zusammenhang wieder lesbar. Seither wird die Anlage bewohnt und gemeinschaftlich genutzt; wiederkehrende Anlässe wie Krippenwelt oder gemeinsames Backen werden weitergeführt und ausgebaut.






Spycher

Neben dem Pfarrhaus wurde direkt ausserhalb des Kirchenbezirkes ein zweigeschossiger hölzerner «Spycher», der Pfarrspeicher, erbaut. Der Türsturz im ersten Geschoss weist neben den Initialen «HF» die Jahreszahl «1580» auf; an den profilierten Mantelständern befindet sich je ein Berner Wappen.

Der zu den ältesten Speicherbauten des Kantons Aargau gehörende Bohlen-Blockbau steht mit seiner Oberschwelle und profilierten Stützen auf einem mächtigen eichenen Schwellkranz (Unterschwelle), der auf Streiffundamenten gründet.





Spittel


1611 wurde am nördlichen Ende der Parzelle, parallel zur Wyna, ein 12,2 × 8,3 m grosser zweigeschossiger Steinbau errichtet, dessen giebelseitige Schaufront nicht gegen die nordwestseitige Strasse, sondern gegen den südostseitigen Kirchhof ausgerichtet ist.

Um 1820/25 erfolgte die Umwandlung vom repräsentativen Zehnten- oder Pfrundhaus zum Armenhaus, das mit sechs Zimmern und zehn Betten bis zu 27 Personen Obdach bot. Ab 1842 wurde der Steinbau wiederum als Privatwohnhaus genutzt, behielt jedoch den Namen «Spittel».



Mehrfamilienhaus

Das Mehrfamilienhaus am Kirchbündtenweg wurde mit neun Wohnungen unterschiedlicher Grösse realisiert. Herausragend ist die Penthouse-Wohnung im zweiten und dritten Obergeschoss, die zeitgemässes Wohnen auf hohem Niveau ermöglicht.

Der energiebewusste Bauherr verlangte neben dem Einbau einer Grundwasserwärmepumpe die Ausstattung aller neuen Dachflächen – inklusive Nebenbauten – mit Photovoltaikpaneelen. Diese wurden von der Denkmalpflege unter Berücksichtigung der Materialwahl bewilligt; bei den Schrägdächern als neutrale Indachanlage. Das Gebäude zeigt exemplarisch, wie sich neue Technik in eine historische Umgebung integrieren lässt.



Doppel-Einfamilienhaus

Das Doppel-Einfamilienhaus, dessen Dachform sich vom Mehrfamilienhaus unterscheidet, fügt sich in die bestehende Bebauung entlang der Wyna ein. Zusammen mit Spycher und Spittel entsteht ein gemeinschaftlicher Hof, über den die Erschliessung erfolgt.

Die Balkonschicht – in derselben Materialisierung wie beim Mehrfamilienhaus – dient zugleich als gedeckter Eingang und Sitzplatz. Vorgelagerte Holzlamellen an den Giebeln übernehmen Beschattung und Privatheit. Eine vollflächig ins Dach integrierte Photovoltaikanlage zeigt, wie aktuelle Technik in eine bestehende Dachlandschaft eingefügt werden kann.



© Suterguet 2026

Fotos von Markus Beyeler, René Brogli und Mika Brogli-Takahashi